Fußball: Die Schule fürs Leben

Die Halbzeitpause: Nutze sie optimal!

In der Halbzeitpause wurden schon x-Spiele verloren, nur weil die wenige Zeit einfach „verplempert“ und nicht optimal genutzt wurde. Andersrum natürlich genauso, Mannschaften kamen oft „wie verwandelt aus der Kabine“ und drehten sogar noch einen 0:3-Rückstand!

Deswegen ist es als Coach wichtig, die Mannschaft nicht nur optimal auf das Spiel vorzubereiten und sie während des Spiels Situationsgerecht zu führen, sondern das bestmöglichste aus den wenigen Minuten der Halbzeitpause herauszuholen. Hier sind einige Tipps, wie es funktionieren kann:

  • Überlege schon vor der Pause (ca. 5 Minuten) was Du darin ansprechen willst.
  • Ist ein Spielerwechsel nach der Halbzeitpause geplant, lass den/die Einwechselspieler rechtzeitig aufwärmen (schon deutlich vor der Pause). Erkläre ihnen (schon vor der Pause), was ihre Position/ihre Aufgabe sein wird und welchen Gegenspieler sie schon während des Aufwärmens studieren können.
  • Gönne den Spielern in der Halbzeitpause die ersten 5 Minuten zur kompletten Regeneration und Erholung:
    • Achte auf ausreichend frische Luft in der Kabine (im Sommer kann die Halbzeitpause ruhig auch auf einem schattigen, ruhigen Ort in Platznähe stattfinden) und auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme der Spieler. Am besten kühler (nicht eiskalter!) Apfelsaft , gemixt mit Wasser (wenig Kohlensäure). Tee oder Kaffee (v.a. heißer) sind nicht zu empfehlen.
    • Versorge (fachmännisch) einfache Verletzungen. Prellungen werden am besten mit Eiswasser oder Eiswürfeln behandelt „Komplizierte“ Verletzungen nur von Fachleuten (Ärzten, Sanitäter, …) behandeln lassen!
    • Bei hohen Temperaturen sollte der ganze Körper abgekühlt werden. Ausziehen der verschwitzten Trikots, wenn möglich auch der Schuhe und Socken. Fließend kaltes Wasser über Unterarme, Unter-/Oberschenkel und Nackenbereich.
    • Leichte Nahrung (ideal Bananen!) kann zu sich genommen werden.
  • Unterbinde aufkommenden Streit zwischen den Spielern („das können wir nach dem Spiel klären“), aber lass ruhig mal den Mannschaftsführer zu Wort kommen
  • Wenn die Spieler zur Ruhe gekommen sind, bereite sie auf die 2. Halbzeit vor:
    • Bei taktischem Fehlverhalten: Korrigiere in ruhiger, aber bestimmter Weise.
    • Bei kämpferischen Defiziten (auch bei Stress zwischen Spielern) kannst Du auch mal emotional und laut werden, aber nicht zu stark überreagieren.
    • Klare, kurze Anweisungen (persönliche Ansprache), wer was und wie zu verändern hat
    • Keine Pauschal (nichts sagende)-Sätze wie: „Ihr müsst mehr Druck und/oder weniger Fehler machen, schneller spielen, die Räume besser nutzen, etc. Diese Sätze sind genauso „hilreich“, wie „ihr müsst ein Tor schiessen und das Spiel gewinnen“.
    • Auswechslungen ruhig vornehmen, die Aufgabe der eingewechselten Spieler klar beschreiben.
  • Deine Mannschaft liegt in Führung (im „schlimmsten“ Fall vielleicht sogar 3:0):
    • Halte die Spannung hoch. Weise auf die gemachten Fehler in einzelnen Situation hin.
    • Die ersten 10 Minuten nach Wiederanpfiff sind entscheidend. Fordere dazu auf, den Gegner unter Druck zu setzen, ihn nicht in´s Spiel kommen zu lassen und ein weiteres Tor zu erzielen.
    • Bringe die Ordnung nicht durcheinander, lass das Team unverändert.
  • Deine Mannschaft liegt (anscheinend) hoffnungslos zurück (vielleicht auch 0:3):
    • Jetzt kannst Du als Coach zeigen, was Du drauf hast, ihr habt nichts mehr zu verlieren!
    • Jetzt musst Du handeln, eingreifen und Änderungen vornehmen (Wenn Du nichts änderst, ändert sich nichts)!
    • Bringe die Ordnung des Gegners durcheinander, ändere die Taktik, die Aufstellung, das System
    • Spiele z.B. mit „zwei Rechtsaussen“, schicke Deinen (Kopfballstarken) Innenverteidiger als zweiten Mittelstürmer nach vorne. Oder lass Dir was anderes einfallen um den Gegner direkt nach Wiederanpfiff zu überraschen.
    • Spiele absolutes Pressing, lass schon am gegnerischen Strafraum attackieren.
    • Der Torwart kann zum Libero werden und mit langen Bällen das Offensiv-Spiel „füttern“.
    • Vermeide aber absolut „planloses“ Anrennen (Harakiri), ihr habt 45 Minuten Zeit, den Rückstand zu drehen.

Der Schiedsrichter pfeift, noch einmal kurze Aufmunterung („los Jungs/Mädels, noch 45 Minuten Zeit, denkt an das besprochene, wir schaffen das!“) und es kann weitergehen.

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