Fußball: Die Schule fürs Leben

Fußballspieler wollen Spass und Erfolg

Wenn man als Trainer/Betreuer weiss, was Spieler (speziell Kinder und Jugendliche) so an diesem Sport fasziniert, was sie wirklich wollen, dann hat man schon gewonnen.

Verantwortliche (Trainer, Abteilungs-/Jugendleiter,…) in den Vereinen fragen sich immer mehr:

  • Welche Möglichkeiten gibt es, um sowohl den sportlichen Erfolg (ohne „großes Geld“) mit einer Mannschaft zu erreichen, als auch talentierte Einzelspieler entsprechend fördern zu können?
  • Wie kann man Kinder / Jugendliche motivieren, damit sie langfristig dem Fußball – und auch vielleicht dem eigenen Verein – treu bleiben?

Und diese Fragen müssen oft unter schwierigen Bedingungen beantwortet werden:

Zu geringe Anzahl von Trainingsplätzen und zu geringe Trainingszeiten, fehlende Anzahl und Qualität von Betreuern und Trainern und leere Vereinskassen sind dabei die größten Sorgen. Eine vernünftige Organisation des Trainings- und Spielbetriebs ist oft nicht mehr zu stemmen, die Ausgaben laufen den Einnahmen davon.

Gleichzeitig hat die Aggressivität auf und an den Fußballplätzen zugenommen, die
Probleme der Gesellschaft (Egoismus, Ausländerfeindlichkeit,…) haben die
Vereine erreicht. Diese sind oft hilflos in der Bewältigung und fühlen sich von den Sport-Organen und der Politik alleine gelassen.

Daneben führt falscher Ehrgeiz von Eltern und Trainern oft schon im Kinderbereich zu hohem Leistungsdruck, viele Spieler verlieren mit zunehmendem Alter die Lust am Fußballspielen und hören schließlich ganz auf.

Lebenssituation der Spieler, speziell von Jugendlichen

Um die Verhaltensweisen der Spieler positiv beeinflussen zu können, muss man ihre Lebensverhältnisse kennen und verstehen. Obwohl die meisten Menschen in Deutschland eigentlich in „paradiesischen“ Verhältnissen leben, müssen leider immer mehr (und ganz speziell die Jugendlichen) ihr Leben unter schwierigen Rahmenbedingungen meistern:

  • Keine geregelte Arbeit, unzureichendes Einkommen
  • Schwierige private Verhältnisse (zerrüttete Familien, problematischer Freundeskreis, instabile Beziehungen)
  • Kein vorhandener Wertekatalog: „Was ist richtig, was ist falsch; geringer Respekt vor anderen Menschen / Kulturen ; Fehlen von „richtigen“ Vorbildern in der Gesellschaft
  • Fehlende Anerkennung, Erfolgserlebnisse und Selbstbestätigung (in der Schule, zu Hause, im Beruf)
  • Nicht erkennbare Perspektiven (Ausbildung, Arbeit, Beziehungen,…)

Durch diese Situation wächst die Unsicherheit (wo gehöre ich hin, was wird aus mir,…), Zukunftsangst entsteht, viele Jugendliche flüchten sich in Alkohol/Drogen, fallen „falschen Freunden“ oder radikalen Gruppen in die Hände, werden aggressiv und suchen ein Ventil zum Ausleben ihrer Frustration .

Die schönste Nebensache der Welt aus dem Blickwinkel der Spieler

Fußball-Spieler jeglichen Alters, aber ganz besonders im Kinder- und Jugend-Bereich, wollen:

  • Erfolgserlebnisse, Anerkennung und Selbstbestätigung.
  • Ihre eigenen Leistungsgrenzen herausfinden, testen und steigern.
  • Abwechslung vom Alltag und Freude an der Bewegung als Ausgleich zu oft „körperlosen“ Betätigungen wie Schule/Studium, akademische/“geistige“ Berufe.

Fußball bietet einen unvergleichlichen Reiz: Vor dem Spiel weiß eigentlich keiner, wie es schlussendlich ausgeht, auch die „Kleinen“ können sehr wohl an einem guten Tag dem vermeintlich Unschlagbaren ein Bein stellen.
Man kann sich Ziele setzen, hat eine Perspektive („diese Saison will ich aufsteigen, mein erstes Tor schießen, bei den 1. Herren spielen, ….) und kann damit oft dem langweiligen Alltag entfliehen.

Die Fußballmannschaft und/oder der Verein bieten Geborgenheit und sind oft sogar ein Ersatzzuhause. Damit befriedigt die eigene Mannschaft den Wunsch nach der Zugehörigkeit zu einer gleichgesinnten Gruppe, man fühlt sich wichtig, respektiert und akzeptiert.

Und: Was gibt es denn für ein schöneres Gefühl, als nach einem 0:2 Halbzeitrückstand am Ende nach dramatischer Aufholjagd ein 3:2 mit seinen Kumpels zu feiern?! (und vielleicht noch das entscheidende Tor geschossen zu haben!!).

Zusammengefasst kann man sagen:

Fußball-Spieler wollen mit Gleichgesinnten Spaß haben, suchen aber auch den sportlichen Erfolg für sich und die Mannschaft.

 Wenn gerade Trainer und Betreuer auf diese Wünsche richtig reagieren, haben sie schon gewonnen. Dabei ist der Trainer als „Mensch“ gefragt, der nicht nur das kleine 1×1 des Fußballs vermittelt, sondern mit den Spielern respektvoll umgeht. Sie fordert und fördert, sie zu Teamgeist anhält, Spass an der Leistung (eigene und der Mannschaft) vermittelt und darauf achtet, dass kein Egoismus entsteht.

Dabei als Trainer auch wie ein VORBILD agieren und die erwähnten Eigenschaften nicht nur von seinen Spieler/innen einfordern, sondern auch selber vorleben.

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