Fußball: Die Schule fürs Leben

Jürgen Klopp, meine Frau und Erdbeerkuchen

Nein, Jürgen Klopp und meine Frau kennen sich nicht (hoffe ich zumindest), aber ihr Erdbeerkuchen spielt schon eine entscheidende Rolle in meiner folgenden Geschichte, in der „Kloppo“ nicht nur Werner Lorant und den Papst besucht, sondern auch wieder eine Mannschaft vom letzten Platz – und mit 17 Siegen in Folge – direkt in die Champions-League führt.

Vollkommen erschöpft und durcheinander nach den fast minütlichen Meldunen über Trainerrücktritte, Entlassungen, Freistellungen, Beurlaubungen habe ich mich vorher zu meiner verdienten Mittags-Siesta hingelegt, auch noch mit der frischen Meldung im Hinterkopf, dass sich „Kloppo“ mal eine mehrmonatige Auszeit nehmen möchte. Sabbatical sagt man glaube ich jetzt dazu, oder Chillen, früher meinte man damit einfach Faulenzen, aber ist ja auch egal.

Dieser Information-Overkill war vermutlich schuld daran, dass ich schon nach einer Stunde „Power Napping“ (früher als Mittagsschlaf bezeichnet) schweissgebadet aufgewacht wurde, und zwar VOR dem Ende meines (Alb) Traumes. Der ging nämlich so:

Nach mehrtätigen Feierlichkeiten am Borsigplatz in Dortmund anlässlich des DFB-Pokalsieges in Berlin konnte „Kloppo“ endlich tun, was er schon immer wollte, nämlich sich mal anständig rasieren, mit Autos durch Dreckpfützen fahren und sich auch mal bei anderen Größen der Trainerzunft weiterbilden. Diese Weiterbildung (heisst das nun jetzt Hospitation oder „Hospiz“?) startete er bei Felix Magath (zwischenzeitlich Cheftrainer bei seinem Heimatverein TV 1860 Aschaffenburg, A-Klasse), zog weiter zu Werner Lorant (Cheftrainer beim TSV Waging am See, Bezirksliga) und verbrachte den kompletten Herbst bei Giovanni Trapattoni (Cheftrainer der Auswahl des Vatikan-Staates) mit „ora et labora“, was er ja bestens schon aus Dortmund kannte (zumindest das mit dem „Arbeiten“).

Voller Tatenkraft, mit neuen Inspirationen (Werner Lorant!) und mit dem Segen des Papstes kam Kloppo nun vor Weihnachten 2015 wieder in´s wunderschöne Ruhrgebiet zurück und fand alles so vor, wie er es kannte, vor allem die Situation in der Bundesliga. Der HSV war wie immer letzter (jetzt aus wirtschaftlichen Zwängen mit R. van der Vaart als Spielertrainer, Peter Knäbel in Personalunion als Chef-Scout, Co-Trainer der Damen-Mannschaft und Zeugwart) und punktgleich mit Schalke 004 (Umbenennung des Vereinsamens wurde mit überwältigender Mehrheit der Mitglieder angenommen: null Konzept, lnull Kompetenz, 4 Trainer pro Saison).

Aber was beiden Clubs Hoffnung gab, war der knappe Abstand zur „Ein“?-tracht aus Frankfurt, die gerade den Trainerwechsel von Klaus Toppmöller zu Christoph Daum (CD) verkraften musste. CD versprach bei seinem Antritt, es dieses mal gegenüber seiner letzten Frankfurter Rettungsaktion doppelt so gut zu machen, was er ja dann seit seiner Verpflichtung im September 2015 auch schaffte. Nämlich doppelt so viel Punkte (6) in doppelt so viel Spielen (14) wie im Frühjahr 2011.

So kam es wie es kommen musste, Kloppo war frei, die Cheftrainerposten bei all seinen Lieblingsvereinen (Real, Barca, Mainz, Dortmund, Liverpool, Chelsea, ManU, FC Bayern, Juve, Red Bull Salzburg und Leipzig, …) besetzt, so dass er pünktlich zum Jahreswechsel 2015/16 mit voller Hingabe die Herausforderung des Abstiegskampfes annahm (kannte er ja auch schon),  anschliessend 17 Spiele in Folge gewann und seine Mannschaft noch vor Darmstadt 98 und dem FC Ingolstadt auf den dritten Platz der Tabelle führte und damit direkt in die Champions-League.

Und dies war der Zeitpunkt, an dem mich meine Frau mit den Worten „frischer Erdbeerkuchen!“ wachrüttelte und ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wen „Kloppo“ jetzt eigentlich rettete, und ob Werner Lorant dabei sein Co- war, oder vielleicht doch eher Felix Magath. Aber ist ja eigentlich egal, Hauptsache, alle sind glücklich und der Erdbeerkuchen schmeckt….. :-))

 

 

 

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