Fußball: Die Schule fürs Leben

Stefan Effenberg: Ein echter LEADER?

Jetzt ist Stefan Effenberg wieder zurück auf dem Platz und hat schon bei seiner ersten Pressekonferenz keinen Zweifel daran gelassen, dass jetzt in Paderborn wieder ein echter LEADER das Sagen hat. Und dann gleich zum Einstand sein Team zu einem 2:0 gegen Braunschweig geführt.

Nun ist mit starken Sprüchen noch niemand Meister geworden, auch weil ein klares Konzept, ein darauf ausgerichtetes, systematisches Training, sowie körperliche Fitness der Spieler für den Erfolg schon auch dazugehören.

Aber nach meinen gemachten Erfahrungen ist gerade das Zeigen und Erzeugen von Leidenschaft ein entscheidender Charakterzug bei erfolgreichen Führungspersönlichkeiten und steht deswegen auch am Anfang der „Übersetzung“ des Wortes LEADER, welches nicht nur für den „Tiger“ gelten kann:


Was richtige LEADER auszeichnet

L = Leidenschaftlich sein, Begeisterung für seine Aufgabe zeigen und das Lieben, was man tut. Getreu nach den Weisheit, „dass in Dir brennen muss, was Du in anderen entzünden willst“. Die Spieler von Paderborn bewerteten die Ansprache von ihrem neuen „Cheffe“ vor dem Spiel gegen Braunschweig mit „er hat uns euphorisiert„, und er selber sprach bei seinem ersten Arbeitstag mit leuchtenden Augen über „den Duft des Grases, der ihm die ganzen letzten Jahre gefehlt habe“.

E = Entschlossenes Handeln, gerade in Krisensituationen oder „wenn´s drauf ankommt“. Verantwortung übernehmen, mutig sein: Nicht nur beim Wahl der Taktik und Aufstellung, sondern auch bei Ein-/Auswechslungen in kritischen Situationen.

A = Aufmerksam sein und Anerkennung geben. Beobachten, was um einen herum passiert (Gegner, äussere Bedingungen, eigenes Team,…). Am besten vorher schon erahnen, was passieren kann und agieren, statt zu spät reagieren zu müssen. Im Kontakt mit den Spielern bleiben. Schnelle, direkte, klare und offene Kommunikation ist entscheidend. Und ganz wichtig: Ein angebrachtes Lob zur richtigen Zeit verleiht Menschen im wahrsten Sinne des Wortes „Flügel“ (ohne die „klebrige Brause“ trinken zu müssen…), auch weil sie davon viel zu wenig bekommen. Egal, ob „auf dem Platz“, zu Hause, oder im Büro.

D = Demut und Disziplin. Der Star ist die Mannschaft, Selbstdarsteller an der Linie sind fehl am Platz. Beim Training der Erste und am Schluss der Letzte, der das Sportgelände verlässt. So setzt man Zeichen und lebt vor, was man von seinen Spieler/innen erwartet.

E = Ehrgeizige, motivierende, begeisternde Ziele setzen. Dabei sollte man immer den Anspruch haben, als Team jedes Spiel gewinnen zu wollen. Ob dies dann auch gelingt, ist eine andere Frage. Aber nichts ist langweiliger, als ein Saisonziel „im Mittelfeld“ auszugeben, dann braucht man sich über nachlassende Motivation auch nicht zu wundern.

R = Respektvolles Umgehen miteinander. Jedes Teammitglied ist gleich wertvoll und wichtig. Schuldzuweisungen nach Niederlagen vermeiden, Ergebnis von Leistung trennen, sachlich analysieren und nicht emotional reagieren. Den „Siegeslorbeer“ teilen, und dann natürlich auch mal kräftig feiern!.


Beurteilen Sie nach dieser Beschreibung einfach mal das Verhalten und das Wirken der Trainer von Spitzenteams, wie diese auftreten und handeln.

Wer hat wirklich Verantwortung (z.B. Lucien Favre in Gladbach oder „Kloppo„) für Misserfolge übernommen, und wer war/ist ein Selbstdarsteller (vielleicht L. v.Gaal oder J. Mourinho?), der sich bei Siegen feiern lässt und bei Niederlagen die Schuld auf die Mannschaft abwälzt. Und ist die gezeigte Leidenschaft und die hundertprozentige Identifikation mit dem Arbeitgeber zum Beispiel von Pep Guardiola beim FC Bayern, Christian Streich beim SC Freiburg, oder von Dirk Schuster bei den „Lilien“ ein entscheidender Faktor für die Mannschaftsleistung?

War das mutige Handeln von Jogi Löw im Spiel gegen die Argentinier (Aufstellung des unerfahrenen Christian Kramer und „offensive“ Einwechslung von Schürrle und Götze) der ausschlaggebende Faktor für den Sieg, und war er beim Festhalten an M. Özil konsequent oder nur stur? Wie hat er sich im Coaching (Körpersprache, getroffene Massnahmen,..) gegenüber den Turnieren vorher verändert und welchen Einfluss hatte dies auf sein Team?

Anscheinend gehört Scheitern tatsächlich zum Erfolg dazu und man kann tatsächlich aus Niederlagen lernen und Erfahrungen für den „ganz großen Schritt“ sammeln. Bezeichnend dafür war der Einsatz von Bastian „Kampf-Schweinsteiger“ im Endspiel gegen Argentinien, der Gott sei Dank öfters aufstand als er „hingefallen wurde“ und als echter LEADER mit seinem Beispiel die anderen Spieler anspornte und mitriss.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es beim „Tiger“ in Paderborn weitergeht und ob er sich auch an der Lebenserfahrung von Pele orientiert:

„Erfolg ist kein Zufall. Er kommt zu uns durch harte Arbeit, Ausdauer, Lernen, Aufopferung und vor allem Liebe zu dem, was wir tun, lehren oder lernen!“

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3 Gedanken über “Stefan Effenberg: Ein echter LEADER?

  1. Stefan

    also jetzt musste ich mal kurz nachdenken. nicht über Steffen Effenberg denn der muss sich seine Loorbeeren erst mal so richtig verdienen! Aber ich hab eher mal überlegt wie und ob ich die von dir hier abgebildeten Grundsätze mit einem Jürgen Klinsmann abgleichen kann? Ihn halte ich übrigens als einen nahezu perfekten Trainer. Auch Jogi Löw ist ja in seine Schule gegangen! Wie steht du dazu? LG Stefen 🙂

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